| Freiwillige Feuerwehr Plech |
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Nach einem Großbrand im Jahr 1865 im Anwesen des Bauern Herzog am östlichen Ortsausgang gründeten zehn beherzte Männer aus den Reihen der damaligen Turnerschaft eine Freiwillige Feuerwehr. Konrad Eberhardt war der erste Kommandant. Zur Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit schafften sich die Wehrmänner aus eigenen Mitteln im Jahr 1871 die erste Feuerlöschspritze an. Als 1880 in der Brunnengasse, angeblich durch Brandstiftung verursacht, drei Häuser und drei Scheunen in Flammen standen, und ein Todesopfer zu beklagen war, kam sie erstmals zum Einsatz. Die größten Schwierigkeiten bei der Brandbekämpfung bereitete in der damligen Zeit die Herbeischaffung des Löschwassers. Das zeigte sich besonders bei einem Großbrand im Jahr 1881 in der vorderen Badgasse, als elf Häuser und sieben Scheunen ein Raub der Flammen wurden. 1892 brannte das Gasthaus „Weißes Lamm“ wegen der Unvorsichtigkeit der Dienstboten nieder. Weitere Einsätze erforderten die Gebäudebrände in den Jahren 1900, 1908 und 1910. Als Kommandanten nach der Gründung waren Georg Herzog, Johann Wagner, Lorenz Heckel, Lorenz Eberhardt und Hans Prey verantwortlich. Eine große Hilfe bei den Bränden 1929 und 1933 bedeutete die Entnahme des Löschwassers aus der 1902 eingerichteten Wasserleitung. Im ersten Weltkrieg verlor die Plecher Wehr 16, im zweiten Weltkrieg elf Kameraden. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es an Kommandant Andreas Eckstein, die Wehr wieder Schritt für Schritt aufzubau. Anlässlich des 90-jährigen Bestehens schaffte sich die Wehr eine Standarte an, die bis heute von den Plecher Wehrleuten mit Stolz getragen wird und im Landkreis Bayreuth eine der letzten ihrer Art ist. Mitte der 1950er-Jahre zog die Feuerwehr Plech in das nicht mehr genutzte, gemeindliche Kommunbrauhaus um. Im Jahr 1957 wurden ein Tragkraftspritzenanhänger und eine Tragkraftspritze angeschafft. Für die Kameraden um die Kommandanten Fritz Beyerlein und später Konrad Deinzer war dies ein weiterer Meilenstein in der Geschichte. Als älteste Wehr des damaligen Landkreises Pegnitz feierte die Freiwillige Feuerwehr Plech unter der Führung ihres Kommandanten Karl Herrmann 1965 ihr 100-jähriges Gründungsjubiläum. Nach einer Alarm- und Schauübung am Morgen, bewegte sich am Festsonntag ein Festzug mit rund 1.300 Personen aus nahezu 80 Vereinen durch die geschmückten Straßen des Ortes. Einer der traurigsten Tage der Plecher Wehr war der 14. Oktober 1968. Bei einem Brand des Anwesens Farnbauer in Plech konnte nicht verhindert werden, dass zwei Kinder in den Flammen umkamen. Weitere zwei Großbrände suchten die Gemeinde Plech im Jahre 1973 heim. Einmal in der Gaststätte „Bocksberghaus“ in Ottenhof und einmal im Anwesen Böwer in Strüthof. Im Mai 1979, ging für die Wehr ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Bürgermeister Fritz Schmidt überreichte Kommandant Fritz Zagel die Schlüssel ihres ersten Feuerwehrautos. Mit der Indienststellung des Tragkraftspritzenfahrzeuges konnte der bisher genutzte Anhänger ausrangiert werden. Nachdem das alte Feuerwehrgerätehaus durch einen Kellereinsturz arg in Mitleidenschaft gezogen war, ergab sich die Möglichkeit, im Untergeschoss der 1988 neu erbauten Mehrzweckhalle einen Feuerwehrbereich mit zwei Stellplätzen und den nötigen Nebenräumen einzurichten. Im Juli 1990 feierte die Wehr ihr 125-jähriges Bestehen. Auch dieses Mal wurde das Jubiläum zum Anlass genommen, den Kreisfeuerwehrtag, des mittlerweile bedeutend größeren Landkreises Bayreuth, zu begehen. Über 140 Vereine und sieben Musikkapellen konnten am Festsonntag in Plech begrüßt werden. Bei zwei größeren Scheunenbränden in der Marktgemeinde in den neunziger Jahren konnte durch tatkräftigen Einsatz der Wehr und unter Mithilfe der Nachbarwehren ein Übergreifen auf angrenzende Gebäude verhindert werden. Besonders schwierig gestaltete sich dies bei einem Brand im Jahr 1991, bei dem beiderseits des Brandherdes Wohngebäude direkt angebaut waren. Zu einem besonderen Tag in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Plech wurde der 6. Januar 1997. Mit Simone Schmidt wurde die erste Dame in die Reihen der Wehr aufgenommen. Um den heutigen Anforderungen, besonders mit der zunehmenden Bedeutung der technischen Hilfeleistung, gerecht werden zu können, beschaffte die Gemeinde, zusätzlich zu dem mittlerweile 26 Jahre alten Tragkraftspritzenfahrzeug, ein Löschgruppenfahrzeug LF 8/6. Im August 1999 übergab Bürgermeister Alois Kreuzer das Fahrzeug an Kommandant Karlheinz Schmidt. Der Feuerwehrverein beteiligte sich mit 25.000 Mark an Kosten der Anschaffung. Mit dem neuen Fahrzeug kamen auch neue Aufgaben auf die Wehrfrauen und -männer zu. Eine Frau und elf Männer ließen sich zu den erforderlichen Atemschutz-Gerätträgern ausbilden. Durch eine Neuordnung des Alarmplans im Frühjahr 2000 ist die Freiwillige Feuerwehr Plech, zusammen mit den Feuerwehren Ottenhof-Bernheck und Pegnitz, für die technische Hilfeleistung auf der Autobahn A 9 zwischen den Anschlussstellen Hormersdorf und Weidensees zuständig. Mit Beginn des neuen Jahrtausends hatte damit auch für die Plecher Feuerwehr eine neue Zeitrechnung begonnen. Waren früher durchschnittlich fünf Einsätze pro Jahr zu verzeichnen, ist die Zahl inzwischen sprunghaft gestiegen und liegt mittlerweile zwischen 25 und 30 Einsätzen. Aufgrund des betagten Alters des Tragkraftspritzenfahrzeuges und zur Sicherstellung der Einsatzbereitschaft wurde dieses im Jahr 2006 durch ein Mehrzweckfahrzeug ersetzt. Derzeit leisten in Plech vier Frauen und 31 Männer unter der Führung von Kommandant Harald Schöberl und seinem Stellvertreter Holger Zagel aktiven Dienst. Durch eine fortwährende Ausbildung und regelmäßige Übungen soll der Grundstein für erfolgreiche Einsätze gelegt werden gemäss unserem Leitspruch: „Gott zur Ehr`- dem Nächsten zur Wehr“.
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